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Ein Treffen, das verbindet: Zu Besuch beim Patenkind Allán in Guayaquil

Im Rahmen einer Südamerikareise besuchte Hanno Heintze sein Patenkind Allán in Guayaquil und erlebte eine Begegnung, die ihn im Herzen bleiben wird. Wir haben mit ihm über das Treffen, seine Eindrücke vor Ort und die Bedeutung seiner Patenschaft gesprochen.

Was hat Sie ursprünglich dazu bewegt, eine Patenschaft bei der Stiftung zu übernehmen und warum fiel Ihre Wahl auf ein Kind in Ecuador?

Über einen Freund kenne ich die Alfons Goppel-Stiftung und über die Webseite habe ich mich über die Stiftung und deren Projekte informiert.

Mir war damals nicht bewusst, wie wichtig es ist, v. a. die Bildung der Kinder in den ärmeren Ländern dieser Welt zu unterstützen.

Ich hatte in meinem Leben die große Chance, eine tolle schulische und universitäre Bildung zu erhalten – ich wollte etwas davon zurückgeben.

Im Dezember 2025 haben Sie Ihr Patenkind Allán in Guayaquil persönlich besucht. Wie haben Sie diesen Moment erlebt, als Sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden?

Ich war sehr aufgeregt. Mein Spanisch ist nicht das Beste und ich war mir nicht sicher, ob es für eine gute Unterhaltung ausreicht. Allán kam mit seinen beiden Schwestern und seinen Eltern zu unserem Treffpunkt in einem Restaurant. Die ganze Familie hat sich extra von der Schule und Arbeit freigenommen, um mich zu treffen.

Meine Sorge war völlig unbegründet: Wir haben uns direkt umarmt und ich habe eine sehr herzliche ecuadorianische Familie kennenlernen dürfen, die sehr liebevoll miteinander umgeht und sehr dankbar für die Begegnung war. Allán ist ein lebensfroher Junge, der Fußball liebt und ganz besonders das Essen seiner Mutter.

Die Sicherheitslage in Ecuador wird derzeit vielfach als angespannt beschrieben. Wie haben Sie diese Situation während Ihres Aufenthalts in Guayaquil und im Land insgesamt persönlich erlebt?

Kurz vor unserem Besuch wurde vom Auswärtigen Amt von „nicht notwendigen Reisen“ nach Guayaquil abgeraten. Wir haben dadurch unsere Route etwas angepasst und – um auch die Familie meines Patenkindes nicht zu gefährden – uns nicht in ihrem Bezirk der Stadt getroffen.

Die Familie hat mir von Ausgangssperren und Bandenkriminalität berichtet, die das Leben vor Ort in den ärmeren Bezirken nicht einfach macht. Zum Beispiel verbringt die Familie aus Sicherheitsgründen die Abende immer zuhause, sobald es dunkel wird. Allán hat mir erzählt, dass er seit geraumer Zeit nach der Schule kein Fußball mehr draußen auf der Straße spielen darf.

Allerdings sind touristische Gebiete, wie z. B. die wundervollen Galápagos-Inseln, als „sicher“ eingestuft.

Gab es während Ihres Aufenthalts in Ecuador eine Begegnung oder Situation, die Sie besonders berührt oder nachhaltig beeindruckt hat?

Besonders die Herzlichkeit und Ehrlichkeit der Familie und meines Patenkindes waren beeindruckend. Zum Beispiel habe ich Allán ein Fußballtrikot der argentinischen Fußball-Legende Lionel Messi geschenkt. Als er es ausgepackt hat, war er zunächst enttäuscht, da er Fan des Brasilianers Ronaldo ist. Seine Schwester hat sich aber direkt das Trikot genommen, weil sie ein großer Fan ist – wir haben sehr gelacht.

Die Menschlichkeit hat keine Grenzen und es ist wichtig, offen gegenüber anderen Kulturen zu sein. Die Mutter meines Patenkindes hat mir gesagt, sie habe zum ersten Mal überhaupt Kontakt mit Menschen aus der westlichen Welt und sie hätte sich das ganz anders vorgestellt. Als wir uns verabschiedet haben, waren wir uns einig: Ich habe nun nicht nur eine Familie in Deutschland, sondern auch eine Familie in Ecuador. Das hat mich sehr berührt.

Wie hat der persönliche Besuch Ihren Blick auf die Lebensrealität Ihres Patenkindes und seiner Familie verändert?

Mir ist klar geworden, was es bedeutet, von einem Mindestlohn in Südamerika zu leben. Die Familie hat drei Kinder und beide Elternteile arbeiten sehr hart, über zehn Stunden an fünf Tagen in der Woche – inklusive Nachtschichten. Der Vater von Allán ist Sicherheitsmitarbeiter und muss oft nachts arbeiten und gerät in gefährliche Situationen. Die Angst ist immer mit dabei, dass ihm etwas zustoßen könnte.

Die Kirche und die Gemeinschaft spielen für die Familie eine große Rolle und geben ihnen Halt. Sie haben mir bestätigt, dass das Patenschaftsprogramm ihnen zeigt, dass wir im fernen Europa auch an sie denken und die Bildung ihres Sohnes unterstützen.

Mir ist aber auch klar geworden, mit wie wenig Aufwand man verhältnismäßig schon sehr viel Gutes tun kann. Ich war schockiert, als ich im Supermarkt war: Fast alles – außer lokalem Gemüse und Fisch – ist wesentlich teurer als in Deutschland. Wenn man bedenkt, dass der Mindestlohn in Ecuador 2026 nur etwa 410 Euro (482 USD) im Monat beträgt, kann man sich schwer vorstellen, wie eine Familie davon gut leben kann.

Welche Rolle spielt das Patenschaftsprogramm der Stiftung aus Ihrer Sicht für die Zukunft Ihres Patenkindes und was unterscheidet es von anderen Hilfsprojekten?

Ich denke, das Besondere ist, dass die Stiftung direkte Mitarbeiter und ein gutes Netzwerk in Ecuador vor Ort hat. Die Hilfe kommt direkt an und ist vor allem langfristig und nachhaltig. Es handelt sich um eine bewusste Entscheidung der Paten, sich langfristig zu engagieren und so das Leben eines Kindes – oder auch mehrerer – positiv durch Bildung zu verändern.

Mein Patenkind versteht, wie wichtig Bildung für ihn ist, um später ein gutes Leben ohne Existenzsorgen zu haben. Die Langfristigkeit und die stetige Unterstützung unterscheidet das Patenschaftsprogramm definitiv von kurzfristigen ad-hoc-Spenden.

Was würden Sie Menschen sagen, die darüber nachdenken, selbst Pate oder Patin zu werden, aber noch unsicher sind?

Ich kann jeden nur ermutigen, Pate oder Patin zu werden. Sie haben die großartige Chance, das Leben eines Kindes nachhaltig positiv zu beeinflussen. Für uns ist es nicht viel zu sparen – vielleicht geht man einmal im Monat weniger essen und bewirkt damit aber viel mehr. Man schenkt Kindern in einem ärmeren Land wie Ecuador eine echte Chance im Leben.

 

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Seit über 45 Jahren setzt sich die Alfons Goppel-Stiftung für gerechtere Bildungschancen in Ländern des Globalen Südens ein – mit Fokus auf Ecuador. 

Unsere Arbeit folgt einem klaren Ziel: Junge Menschen stärken, damit sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.   

 

Unsere Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt. Jede Spende kommt nachvollziehbar dort an, wo sie gebraucht wird – bei den Kindern.