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Peru
Jahresbericht Urpi Wasi 2010

Liebe Freunde und Goenner,

30 Jahren sind vergangen seit ich  mit viel Begeisterung  und Lebensmut nach Peru gekommen bin. Meine Illusion damals war, mich irgendwie
im Dienste der Aermsten nuetzlich zu machen. Ich hatte keine konkreten Plaene,  Ziele und Zeitbeschränkung.

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Meine ersten Erfahrungen sammelte ich als Volontaerin   in dem von italienischen
Nonnen gefuehrten Kinderheim San José. Die Liebe zu den anhaenglichen und
liebensbeduerftigen Kindern  wuchs waehrend meines dortigen   10-jaehrigen
Aufenthalt  mehr und mehr. Fuer Langegweile  und Bedruecktsein gab es  keine Zeit,
aber irgendwie aus Folge der Situation erfuellte sich mein grosser Wunsch und wir
legten vor 20 Jahren  den ersten Stein fuers Urpi Wasi . Jährlich ist das Urpi Wasi
gewachsen. Nicht nur die Anzahl der Kinder ist gestiegen, sondern wir wuchsen mit.
Mit Herz und Geist und  dank all den vielen Begleiter-Innen,  den grosszuegigen, treuen,
kleinen und grossen Spender und Goenner , unserem  peruanischen Team und all den
Volontaer-Innen  aus Europa  die uns  von 3 – 12 Monaten begleiteten, durften wir
nun unsere ersten 20 Jahre feiern. Es gab  Schwierigkeiten und Schlaege  zu ueberwinden
aber die gluecklichen, frohen Stunden waren weitaus ueberwiegender. Die Liebe zu
den Kindern machte  alles einfach und ihre extreme Armut  gab viel Kraft.

Auch waehrend dieses Jahres suchten wir  den richtigen Weg um mit viel Liebe und
Geduld eine ganzheitliche Arbeit zu schaffen mit Bildung, Werten, ausgewogener und
reichhaltiger Ernaehrung, Gesundheit,  Hygiene und mit der allerersten Prioritaet:
das Wohl und die Zukunft  der Kinder , ihre Traditionen und Kultur respektierend.
Den sie sind die zukuenftigen Traeger  von unserem geliebten Peru. Ein grosses Vergelts Gott , dass Ihr uns begleitetet.

I.- ERZIEHUNGSPROGRAMM

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Am 15. Februar ging die Tuer auf. Die in der Schlange stehend uebernachteten Muetter schrieben ihre
Kinder ein. Unsere Hausbesuche erfolgten. Die Armut steckt ueberall, denn der wirtschaftliche
peruanische Aufschwung hat die Aermsten noch nicht erreicht - die richtige Verteilung blieb  aus. Mit
all den  tiefen  Eindruecken, zu fuehlen und zu sehen, dass 95% eine ausgestreckte Hand benoetigt, 
fiel die Entscheidung schwer.   Am 22. Februar wurden 55 neue Kinder in unsere Urpiwasifamilie
aufgenommen.

 

 

 

 

1.1. Guardería (Kindertagesstaette)

Die Kinder wurden in fuenf Gruppen eingeteilt:

 

Maedchen

Knaben

Total

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Bebes

07

06

13

1 1/2 - 3 jaehrige

10

15

25

3  -  4     jaehrige

16

19

35

4  -  5    jaehrige

15

25

40

5  -  6    jaehrige

24

12

36

Total

72

77

149

Die Señora Felicitas betreute liebevoll die Bebes mit Unterstuetzung der zuverlaessigen Señora enigna. Beide Señoras seit 1990 
im Urpi Wasi. Beide  eine sehr grosse Stuetze und wissen genau wo es etwas zum Anpacken gibt.

Bei den Kleinkindern die  Señora Delia, die waehrend  18 Jahren im  Urpi Wasi  sehr liebevoll und   geschickt die Kleinen betreut.

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Dazu kommen als Kindergaertnerinnen die zwei langjaehrigen Lehrerinnen Rosamaria und
Margot  und dieses Jahr neu dazu, Roxana . Durch zeichnen, basteln, singen, tanzen, sowie
das Zuhören und Stillsitzen lernen wurde ein interssanter Kindergarten gestaltet
und viele Fähigkeiten gefördert.   

 

 

 



1.2. Primarschule

Ab 7.00 morgens kamen allmaehlich Gross und Klein angestroemt. Von weit ihre orangen  Faserpelzpullover sichtbar. Die ersten, die ich  bei meiner
Anreise mit dem VW-Bus sah, konnten mitfahren.

Jeden Montag wurde, vor unserem kurzen Gebet oder kleinen Impuls  und  das Happy Birthday sofern jemand Geburtstag hatte  ,  die Nationalhymne
und Cuscohymne auf Quechua gesungen. Um wie es hier üblich ist, mit einem “Viva el Perú” und einem “Kausachun Cusco“, die Zeremonie  abzuschliessen.

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Danach Fruehstueck , und  um 8.30 Uhr erwarteten dieselben sieben Lehrer vom letzten Jahr
jeweils ihre Schueler. Neu zum Lehrerteam kam dieses Jahr die Bernerin Marianne Boller.
Sie blieb als Volontaerin für ein ganzes Schuljahr, unterrichtete Englisch und unterstützte das
Lehrerteam durch Hospitation, neue Ideen in der Didaktik und Methodik, Hilfestellung mit
den Lehrmitteln... Nicht zuletzt half sie mir monatlich in den verschiedenen Klassen die
Pruefungsarbeiten zu ueberwachen. Marianne war eine grosse Stuetze, ohne dadurch unsere
hiesigen Lehrkraefte weniger hoch einzustufen. Auch sie waren wunderbare Lehrer-Innen und
Freunde und haben sehr gute Arbeit geleistet .

 

 

Zusaetzlich zum Team  gesellte sich als Volontaer  Stefan Gartman  er half von Maerz bis Juni in der
1. und 2. Primarschulklasse..

Am Nachmittag wurden die Kinder in: Malen/Zeichnen, Quechua, Turnen, Singen/Tanzen    und Handarbeit
unterrichtet.

Fuer die 5. und 6.Klasse gab es  am Samstag Computerunterricht.

Die 5.Klasse wurde ab August 2 Stunden woechentlich vom Hermano Wilfredo auf die  Erstkommunion
vorbereitet. Die grosse Feier fand am 6. November in der  Quartierskapelle statt. Natuerlich fehlten
anschliessend die Torte und wie es hier bei jedem Fest  ueblich ist, der Tanz, nicht.

Die 6. Klasse fuhr 4 Tage  ins Zeltlager,  ins 12-Stunden enfernte Quillabamba. Die Unkosten wurden alle
mit dem Erloes des  von den Eltern organisierten Grilltages beglichen.

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Aufteilung Sozialprimarschule

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Stufen

Knaben

Maedchen

Total Schueler

1.Klasse

17

18

35

2.Klasse

16

19

35

3.Klasse

21

15

36

4.Klasse

18

16

34

5. Klasse

17

15

32

6. Klasse

15

15

30

TOTAL

104

98

202

 

 

 

 

Ende Jahr verabschiedeten wir  schweren Herzens unsere 30 Sechsklaessler Gut vorbereitet lassen wir sie raus in ein anderes Leben. Sicher
werden sie sich gut durchbeissen.

Unsere groessten Schwierigkeiten waren:

- die Eltern fuer die Aufgabe der Erziehung zu begeistern,  wofür wir wahrscheinlich   noch  einige Zeit brauchen, bis sie diese Verantwortung übernehmen.

- Die Puenktlichkeit: Obwohl unterdessen alle unsere klaren Regeln kannten, gab es immer wieder welche, die um 8.00 vor der Tuer standen. Die Strafen 
in Form von Gemeinschaftsarbeiten der Muetter waren nach wie vor aktuell. .

 

1.3. Bibliothek:

Abwechslungsweise  von Montag bis Freitag besuchte  die 2. - 6.Klasse  nach Schulschluss von 16.00 - 17.30  Uhr die Bibliothek. Zusammen mit
der Profesora Marleny oder einzeln wurden  Buecher gelesen oder ein Spiel gespielt.

1.4.Elterngespraeche:

Zwei  Mal monatlich gab es fuer die Eltern  mit der Psychologin abwechslungsweise Stufen Gespraeche. Dazu gab es woechentlich  8 Stunden individuelle
Gespraeche, fuer die tieferen Probleme der Eltern oder Kinder.

1.5. Stipendien fuer Exschueler:

Um die Schueler zu stiumulieren gab es fuer die besten Schueler der 6.Klasse   fuer die Sekundarschule Stipendien. Zusammen waren es   8 Kinder fuer
die erste und zweite Sekundarschule. Alle gaben ihr Bestes, Ende Jahr sahen wir ein gutes Resultat.

1.6  Alphabetisierung:

 

 Anfangs Jahr sahen wir in unserer Statistik , dass 20% von unseren Muetter Analphabeten sind. Da uns fuer
dieses Programm von Muenchen die Unterstuetzung zugesichert wurde, fingen wir  Anfangs Maerz mit 45
Muetter an:

            Gruppe A: Montag-Mittwoch-Freitag von

                17.00 – 19.00 Uhr    18 Muetter

             Gruppe B: Dienstag + Donnerstag  von 

               17.00 – 19.00  Uhr    27 Muetter 

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Zwischendurch gab es eine Erfrischung mit einem kleinen Imbiss, damit das Interesse des Magens auch stimmte.

Ihre Kinder wurden von einer Frau beaufsichtigt. Sie half ihnen bei den Schulaufgaben und danach wurde gespielt.

Hin und wieder gab es Gespraeche mit der Psychologin. Je ungebildeter desto mehr Probleme gibt es  zu Hause sowie  im
Arbeitsplatz - Ausnutzung und Gewalt.

50% der Frauen hielten  bis Ende Jahr durch. Es war sicher nicht leicht  am Abend nach der schweren Arbeit zu lernen.  Zusammen
mit der  jungen Lehrerin Lizbeth  machten sie volle Arbeit. Ich staunte riesig, als jede Einzelne mir mit viel Stolz und Selbstvertrauen
Ende Jahr einen   Brief schrieb. Auch Plus- und Minusrechnen  sowie das  Lesen von einem einfachen  Text bewaeltigten sie.

 

1.7 Naehwerkstaette fuer Erwachsene:

Die Naehgruppe der Muetter war nicht untaetig. Dieses Jahr wurden Traineranzuege fuer die Kinder angefertigt

 

Danach gab es einen Naehkurs fuer 10 Muetter.

 

II.-SOZIALPROGRAMM:

 2.1. Comedor (Ernaehrung)

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Um unser integrales Programm zu vervollstaendigen durfte natuerlich eine
ausgewogene Ernaehrung nicht fehlen mit den nahrhaften Produkten aus der
Region wie: Quinua, Tarwi, Bohnen, Linsen, Getreiden , vielseitiges Gemuese
und Fruechten . Die Milch  und den Kaese erhielten wir wie schon seit einigen
Jahren aus der Schweiz durch DEZA. Das Vollkornbrot wurde in unserer Baeckerei
selbst gebacken. Mit all diesen Sachen war das Fruehstueck , Pausenfrucht,
Mittagessen und Vieruhressen gedeckt.

 

 

 

2.2 Medizinische Behandlung:

In unserem Krankenzimmer gab es Gott sei Dank keinen grossen Betrieb: Hin und wieder mal ein kleiner Unfall.
Was haeufiger  vorkam  sind Magenstoerungen.