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Liebe Freunde und Goenner, 30 Jahren sind vergangen seit ich mit viel Begeisterung und Lebensmut nach Peru gekommen bin. Meine Illusion damals war, mich irgendwie im Dienste der Aermsten nuetzlich zu machen. Ich hatte keine konkreten Plaene, Ziele und Zeitbeschränkung.  Meine ersten Erfahrungen sammelte ich als Volontaerin in dem von italienischen Nonnen gefuehrten Kinderheim San José. Die Liebe zu den anhaenglichen und liebensbeduerftigen Kindern wuchs waehrend meines dortigen 10-jaehrigen Aufenthalt mehr und mehr. Fuer Langegweile und Bedruecktsein gab es keine Zeit, aber irgendwie aus Folge der Situation erfuellte sich mein grosser Wunsch und wir legten vor 20 Jahren den ersten Stein fuers Urpi Wasi . Jährlich ist das Urpi Wasi gewachsen. Nicht nur die Anzahl der Kinder ist gestiegen, sondern wir wuchsen mit. Mit Herz und Geist und dank all den vielen Begleiter-Innen, den grosszuegigen, treuen, kleinen und grossen Spender und Goenner , unserem peruanischen Team und all den Volontaer-Innen aus Europa die uns von 3 – 12 Monaten begleiteten, durften wir nun unsere ersten 20 Jahre feiern. Es gab Schwierigkeiten und Schlaege zu ueberwinden aber die gluecklichen, frohen Stunden waren weitaus ueberwiegender. Die Liebe zu den Kindern machte alles einfach und ihre extreme Armut gab viel Kraft. Auch waehrend dieses Jahres suchten wir den richtigen Weg um mit viel Liebe und Geduld eine ganzheitliche Arbeit zu schaffen mit Bildung, Werten, ausgewogener und reichhaltiger Ernaehrung, Gesundheit, Hygiene und mit der allerersten Prioritaet: das Wohl und die Zukunft der Kinder , ihre Traditionen und Kultur respektierend. Den sie sind die zukuenftigen Traeger von unserem geliebten Peru. Ein grosses Vergelts Gott , dass Ihr uns begleitetet.
I.- ERZIEHUNGSPROGRAMM  Am 15. Februar ging die Tuer auf. Die in der Schlange stehend uebernachteten Muetter schrieben ihre Kinder ein. Unsere Hausbesuche erfolgten. Die Armut steckt ueberall, denn der wirtschaftliche peruanische Aufschwung hat die Aermsten noch nicht erreicht - die richtige Verteilung blieb aus. Mit all den tiefen Eindruecken, zu fuehlen und zu sehen, dass 95% eine ausgestreckte Hand benoetigt, fiel die Entscheidung schwer. Am 22. Februar wurden 55 neue Kinder in unsere Urpiwasifamilie aufgenommen. 1.1. Guardería (Kindertagesstaette) Die Kinder wurden in fuenf Gruppen eingeteilt: | | Maedchen | Knaben | Total |  | | Bebes | 07 | 06 | 13 | | 1 1/2 - 3 jaehrige | 10 | 15 | 25 | | 3 - 4 jaehrige | 16 | 19 | 35 | | 4 - 5 jaehrige | 15 | 25 | 40 | | 5 - 6 jaehrige | 24 | 12 | 36 | | Total | 72 | 77 | 149 | Die Señora Felicitas betreute liebevoll die Bebes mit Unterstuetzung der zuverlaessigen Señora enigna. Beide Señoras seit 1990 im Urpi Wasi. Beide eine sehr grosse Stuetze und wissen genau wo es etwas zum Anpacken gibt. Bei den Kleinkindern die Señora Delia, die waehrend 18 Jahren im Urpi Wasi sehr liebevoll und geschickt die Kleinen betreut.  Dazu kommen als Kindergaertnerinnen die zwei langjaehrigen Lehrerinnen Rosamaria und Margot und dieses Jahr neu dazu, Roxana . Durch zeichnen, basteln, singen, tanzen, sowie das Zuhören und Stillsitzen lernen wurde ein interssanter Kindergarten gestaltet und viele Fähigkeiten gefördert.
1.2. Primarschule Ab 7.00 morgens kamen allmaehlich Gross und Klein angestroemt. Von weit ihre orangen Faserpelzpullover sichtbar. Die ersten, die ich bei meiner Anreise mit dem VW-Bus sah, konnten mitfahren. Jeden Montag wurde, vor unserem kurzen Gebet oder kleinen Impuls und das Happy Birthday sofern jemand Geburtstag hatte , die Nationalhymne und Cuscohymne auf Quechua gesungen. Um wie es hier üblich ist, mit einem “Viva el Perú” und einem “Kausachun Cusco“, die Zeremonie abzuschliessen. 
Danach Fruehstueck , und um 8.30 Uhr erwarteten dieselben sieben Lehrer vom letzten Jahr jeweils ihre Schueler. Neu zum Lehrerteam kam dieses Jahr die Bernerin Marianne Boller. Sie blieb als Volontaerin für ein ganzes Schuljahr, unterrichtete Englisch und unterstützte das Lehrerteam durch Hospitation, neue Ideen in der Didaktik und Methodik, Hilfestellung mit den Lehrmitteln... Nicht zuletzt half sie mir monatlich in den verschiedenen Klassen die Pruefungsarbeiten zu ueberwachen. Marianne war eine grosse Stuetze, ohne dadurch unsere hiesigen Lehrkraefte weniger hoch einzustufen. Auch sie waren wunderbare Lehrer-Innen und Freunde und haben sehr gute Arbeit geleistet . Zusaetzlich zum Team gesellte sich als Volontaer Stefan Gartman er half von Maerz bis Juni in der 1. und 2. Primarschulklasse.. Am Nachmittag wurden die Kinder in: Malen/Zeichnen, Quechua, Turnen, Singen/Tanzen und Handarbeit unterrichtet. Fuer die 5. und 6.Klasse gab es am Samstag Computerunterricht. Die 5.Klasse wurde ab August 2 Stunden woechentlich vom Hermano Wilfredo auf die Erstkommunion vorbereitet. Die grosse Feier fand am 6. November in der Quartierskapelle statt. Natuerlich fehlten anschliessend die Torte und wie es hier bei jedem Fest ueblich ist, der Tanz, nicht. Die 6. Klasse fuhr 4 Tage ins Zeltlager, ins 12-Stunden enfernte Quillabamba. Die Unkosten wurden alle mit dem Erloes des von den Eltern organisierten Grilltages beglichen. |  |
Aufteilung Sozialprimarschule  | Stufen | Knaben | Maedchen | Total Schueler | | 1.Klasse | 17 | 18 | 35 | | 2.Klasse | 16 | 19 | 35 | | 3.Klasse | 21 | 15 | 36 | | 4.Klasse | 18 | 16 | 34 | | 5. Klasse | 17 | 15 | 32 | | 6. Klasse | 15 | 15 | 30 | | TOTAL | 104 | 98 | 202 | Ende Jahr verabschiedeten wir schweren Herzens unsere 30 Sechsklaessler Gut vorbereitet lassen wir sie raus in ein anderes Leben. Sicher werden sie sich gut durchbeissen. Unsere groessten Schwierigkeiten waren: - die Eltern fuer die Aufgabe der Erziehung zu begeistern, wofür wir wahrscheinlich noch einige Zeit brauchen, bis sie diese Verantwortung übernehmen. - Die Puenktlichkeit: Obwohl unterdessen alle unsere klaren Regeln kannten, gab es immer wieder welche, die um 8.00 vor der Tuer standen. Die Strafen in Form von Gemeinschaftsarbeiten der Muetter waren nach wie vor aktuell. . 1.3. Bibliothek: Abwechslungsweise von Montag bis Freitag besuchte die 2. - 6.Klasse nach Schulschluss von 16.00 - 17.30 Uhr die Bibliothek. Zusammen mit der Profesora Marleny oder einzeln wurden Buecher gelesen oder ein Spiel gespielt. 1.4.Elterngespraeche: Zwei Mal monatlich gab es fuer die Eltern mit der Psychologin abwechslungsweise Stufen Gespraeche. Dazu gab es woechentlich 8 Stunden individuelle Gespraeche, fuer die tieferen Probleme der Eltern oder Kinder. 1.5. Stipendien fuer Exschueler: Um die Schueler zu stiumulieren gab es fuer die besten Schueler der 6.Klasse fuer die Sekundarschule Stipendien. Zusammen waren es 8 Kinder fuer die erste und zweite Sekundarschule. Alle gaben ihr Bestes, Ende Jahr sahen wir ein gutes Resultat. 1.6 Alphabetisierung: Anfangs Jahr sahen wir in unserer Statistik , dass 20% von unseren Muetter Analphabeten sind. Da uns fuer dieses Programm von Muenchen die Unterstuetzung zugesichert wurde, fingen wir Anfangs Maerz mit 45 Muetter an: Gruppe A: Montag-Mittwoch-Freitag von 17.00 – 19.00 Uhr 18 Muetter Gruppe B: Dienstag + Donnerstag von 17.00 – 19.00 Uhr 27 Muetter |  | Zwischendurch gab es eine Erfrischung mit einem kleinen Imbiss, damit das Interesse des Magens auch stimmte. Ihre Kinder wurden von einer Frau beaufsichtigt. Sie half ihnen bei den Schulaufgaben und danach wurde gespielt. Hin und wieder gab es Gespraeche mit der Psychologin. Je ungebildeter desto mehr Probleme gibt es zu Hause sowie im Arbeitsplatz - Ausnutzung und Gewalt. 50% der Frauen hielten bis Ende Jahr durch. Es war sicher nicht leicht am Abend nach der schweren Arbeit zu lernen. Zusammen mit der jungen Lehrerin Lizbeth machten sie volle Arbeit. Ich staunte riesig, als jede Einzelne mir mit viel Stolz und Selbstvertrauen Ende Jahr einen Brief schrieb. Auch Plus- und Minusrechnen sowie das Lesen von einem einfachen Text bewaeltigten sie. 1.7 Naehwerkstaette fuer Erwachsene: Die Naehgruppe der Muetter war nicht untaetig. Dieses Jahr wurden Traineranzuege fuer die Kinder angefertigt Danach gab es einen Naehkurs fuer 10 Muetter. II.-SOZIALPROGRAMM: 2.1. Comedor (Ernaehrung) 
Um unser integrales Programm zu vervollstaendigen durfte natuerlich eine ausgewogene Ernaehrung nicht fehlen mit den nahrhaften Produkten aus der Region wie: Quinua, Tarwi, Bohnen, Linsen, Getreiden , vielseitiges Gemuese und Fruechten . Die Milch und den Kaese erhielten wir wie schon seit einigen Jahren aus der Schweiz durch DEZA. Das Vollkornbrot wurde in unserer Baeckerei selbst gebacken. Mit all diesen Sachen war das Fruehstueck , Pausenfrucht, Mittagessen und Vieruhressen gedeckt. 2.2 Medizinische Behandlung: In unserem Krankenzimmer gab es Gott sei Dank keinen grossen Betrieb: Hin und wieder mal ein kleiner Unfall. Was haeufiger vorkam sind Magenstoerungen. |