Am 30. Oktober 2011 hatte die Alfons Goppel-Stiftung wieder zum alljährlichen traditionellen Patenelterntreffen des Projektes „Patenschaften für Ecuador“ im Hotel Maritim in München geladen.
Rund 150 Pateneltern verlebten in dem repräsentativen Festsaal des Hotels einen informativen und angenehmen Nachmittag.
Wie alle Jahre wurde er von einem reichhaltigen Bazar mit handwerklichen Arbeiten aus Ecuador eingeleitet.
ALFONS GOPPEL, der Enkel des Stiftungsgründers und stellv. Vorstands-vorsitzende, begrüßte die Gäste und dankte den oft über Jahre und Jahrzehnte dem Projekt verbundenen Paten. Dann leitete er über zu einem Bildbericht von DOMINIKA GOPPEL über die aktuelle PATENELTERNREISE nach Ecuador, die im August 2011 stattfand (siehe auch ausführlichen Bericht auf unserer Homepage von Ingrid Fleissner). Verlesen wurde auch eine Grußbotschaft von Alberto Solórzano. Dem Leiter des Projektes in Ecuador.
TERESA TÄUBER hatte anschließend Gelegenheit, das Patenschaftsprojekt in Santo Domingo/Ecuador vorzustellen.
Der Vorstandsvorsitzende GERHARD HESS dankte abschließend allen Gästen für ihr Erscheinen. Die Veranstaltung klang aus bei Kaffee, Kuchen und vielfältigem Gedankenaustausch über zukünftige Planungen und die Gewinnung von neuen Paten. Allein an diesem Nachmittag konnten erfreulicherweise eine ganze Reihe von bedürftigen Kindern an neue Paten vermittelt werden!
Nach einer Pause von fast 2 Jahren machte sich am 20. August wieder eine Gruppe von Paten (17 Personen, darunter 3 Schüler) auf den Weg nach Ecuador, um Land und Leute und vor allem ihre Patenkinder kennen zu lernen. Es war – vorab gesagt – eine sehr schöne, sehr interessante und aufregende Reise, mit fast täglich neuen Höhepunkten; sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen desvorliegenden Berichtes sprengen.
Wegen der zum gleichen Zeitpunkte in Madrid stattfindenden Weltjugendwoche der kath. Kirche wurde diesmal der etwas längere Weg über Amsterdam gewählt. Nach der morgendlichen Ankunft in Quito und einer kleinen Verschnaufpause wurde gleich der Besuch eines Museums und anschließend des berühmten Äquatordenkmals in Angriff genommen. Am nächsten Tag stand der Besuch der Altstadt von Quito mit ihren z.T. weltbekannten Kirchen wie z.B. San Francisco, La Merced, LaCom-pania de Jesus und der Kathedrale von Quito auf dem Programm. Auf dem ebenfalls sehr bekannten Plaza de la Independencia wurde die Gruppe unerwartet Zeuge einer grandiosen Wachablösung vor dem Regierungspalast, mit Kavallerie und Musikkapellen sowie einer großen Zuschauerzahl.
Leider konnte der ursprünglich vorgesehene Empfang der Gruppe durch den Kardinal von Ecuadorwegen der noch andauernden Ferien nicht stattfinden; Fam. Fleißner überbrachte nach einem Blitz-besuch bei dem ebenfallsin Urlaub befindlichen Kardinal dessen persönliche Grüße an die Paten.
In Anlehnung an frühere Reisen begab sich die Gruppe anschließend auf dem Weg nach Norden, nach Otavallo, Ibarra, Chor Lavi und Cotachachi, so wie hinauf auf die bekannte Kraterlagune Cuicocha auf rd. 3.100 m . In Chor Lavi konnte Raimund Gofferjesein Patenkind, das „Rosen-Resli“ in die Arme schließen (die übrigen Reiseteilnehmer hatten kein Patenkind aus dieser Gegend).
Zurück auf dem Weg nach Süden, an Quito vorbei, konnten wir alle die überraschendgut ausgebaute Pan Americana bewundern, bevor in der berühmten Hosteria Cienega eine Indiokapelle Andenmusik der besten Art speziell für die Paten darbot. Der Besuch einer Blumenfarm ganz in der Nähe – mit über 15.000 Stck. Rosenschnitten pro Tag – gab einen hochinteressanten Einblick in diesen in Europa sehr umstrittenen Produktionszweig.
Ein Höhepunkt in mehrfacher Weise war die Auffahrt zur Lagune Limpio-pungo (ca. 3.900 m) am Cotopaxi, ein Picknick auf rd. 4.000 m Höhe und die anschließende Fahrt zu den Papallacta-Thermen (rd. 3.300 m hoch gelegen),in denen sich die Paten in den heißen Thermalbädern von der bisherigen Reise erholen konnte. Von hier aus ging es weiter hinab in das Tiefland des Amazonasbeckens, zu einer Fahrt mit dem Langboot auf dem Rio Napo sowie einem 2-tägigen Aufenthalt im tropischen Regenwald, mit Besuch einer Indiosiedlung und einer Tierauffangstation fürausgesetzte Wildtiere.
Ein Erlebnis ganz besonderer Art war die Auffahrt mit Pater Tamayo 3 Tage später über Banos, Ambato und Quisapinchahinauf zu einem Indiodorfauf rd. 3.600 m, wo wir von zahlreichen, in bunten Gewändern gekleidetenIndios außerordentlich freundlich begrüßt wurden, umgeben von
Schafen, die im Rahmen eines von Fam. Fleißner mit Pater Tamayo entwickelten Hilfsprogramms mit gelegentlichen Sonderspendenfinanziert wurden. Warme Kartoffeln und heiße Bohnen gaben Zeugniseiner besonderen Gastfreundschaft. Die Idee, jeder Familie ein Schaf zu schenken und so die Lebensbedingungen in den rauhen Anden zu verbessern,wurde so begeistert aufgenommen, dass sich mehrere Paten spontan zu einer Spende fürje 1 Schafentschlossen.
Riobamba war u.a. dem Treffen mit Frau Emmanuelle Bernt vorbehalten, die hier über 100 bedürftige Indiokinder mit Becas aus München zu einer besseren Ausbildung verhilft. Hier konnte Frau Ingrid Volkhardt endlich„ihr“ Patenkindbegrüßen, einen jungen, aufgeweckten Indiobuben im Alter von 15 Jahren,namens „Inti“, den sie u.a. mit jahrelangen Sonderspenden von einer schwerenKrankheit heilen konnte. Von hier aus ging es hinauf auf rd. 4.8oo m Höhe zu einer Schutzhütte am Chim-borazo. Ein Teil der Gruppe wagte dann noch denAnstieg zu Fuß zur Whymper-Hütte auf5.000 m Höhe, bevor noch am selben Tage Ingapircabesucht wurde, leider bei leicht regnerischem Wetter.
Weitere Stationen der Reise waren Azogues, wo die Gruppe von der Leiterin der Patenschaften,Sor. Rosario Zapato, einigen Mitschwesternsowie mehreren Patenkindern mit Angehörigen freund-lichbegrüßt und mit Tee und Gebäck bewirtet wurden, und Cuenca, einer im altspanischen Kolonial-stil erbauten Stadt, in der die Teilnehmer sich etwas von den Strapazen der Reise erholenkonnten.
Über die Cajas, einer auf rd. 4.000 m hoch gelegenen Seenplatte ging es dann hinab in das westliche Tiefland, vorbei an Bananen- und Kakaoplantagen hinein nach Guayaquil, dem lang ersehnten Höhe-punkt der Reise. Im Collegio Bernardino Echeverriawurden die Reiseteilnehmer tags darauf von mehr als300 Patenkindern, ergänzt um Angehörige, begeistert empfangen. Ansprachen, Musik und zahlreiche Tanzeinlagen, dargeboten von Schülern, gaben der Veranstaltung ein festliches Gepräge. Ein weiterer Höhepunkt dieser Veranstaltung war sodann die feierliche Übergabe eines Porträts des Gründers der Stiftung, Ministerpräsident Dr. h.c. Alfons Goppel, durch Frau Fleißner an den Leiter der Promoción Humana, Herrn Alberto Solórzano. Jetztkonnten dann alle Paten endlich ihre Patenkinder in die Arme schließen.
In der anschließend besuchten Educativa Santa Maria Eufrasia bereiteten dann mehr als 200 Kinder, die allesamt täglich ein sog. desayuno escolar erhalten, der Gruppe mit Musik und Tanz ebenfalls einen begeisterten Empfang. Die Schulleitung dankte für den Besuch und die großherzige Finanzierung des Schulfrühstücks und bat weiterhin um Unterstützung.
Aufeiner Bus-Fahrtmit fast allen Patenkindern der anwesenden Paten nach Playas am Pazifik und einem darauf folgenden freien Tag hatten die Paten noch einmal Gelegenheit zu ausgiebigen Gesprächen mit ihren Patenkindern. Dann hieß es Abschied nehmen. Vollgepackt mit Geschenken und unvergesslichenErlebnissen traten die Paten den Rückflug nach München an; siewerden diese Reise sicher noch lange in guter Erinnerung behalten.
Für ehemalige Pateneltern, aber auch für die Alfons Goppel-Stiftung und ihre Mitarbeiter ist es immer wieder eine Freude und Bestätigung ihrer Arbeit an den Hilfsprojekten, wenn sie von einer erfolgreichen Karriere eines ihrer Schützlinge hören.
Lorena Hidalgo Palacios wurde seit ihrem 9. Lebensjahr von den Pateneltern Ursula und Michael Trümper unterstützt. Sie ist inzwischen 26 Jahre alt und war eine sehr erfolgreiche Schülerin und Studentin. Im Jahr 2004 absolvierte sie im Fach Wirtschaft vier Bachelor-Abschlüsse, beherrscht Englisch und steht jetzt auf eigenen Füssen. Bei der Regierung hat sie eine sehr gute Anstellung und ist zuständig für die Wiedereingliederung von Migranten nach Ecuador. Sie plant ein Fortsetzungsstudium; am liebsten in Deutschland. Da sie in der Jugendarbeit der Diözese Guayaquil sehr engagiert ist, wurde sie als eine der Repräsentanten zum Weltjugendtag in Madrid entsandt.
Ihre ehemaligen Pateneltern konnten ihr an den programmfreien Tagen ein Wiedersehen in München ermöglichen, nachdem sie bereits bei einer Patenelternreise der Alfons Goppel-Stiftung im Jahre 2004 Lorena persönlich in Ecuador kennen lernten und per e-Mail in Verbindung blieben.
Mit großer Begeisterung konnte sie die ganze Patenfamilie einschließlich fünf Enkelkindern besuchen und die kulturellen Unterschiede zu ihrem Heimatland bei Besichtigungen in München und im südlichen Bayern aufnehmen.
Ein großartiges Beispiel und Bestätigung für eine erfolgreiche und nachhaltige Förderung von Kindern in Ecuador.
Unsere drei Fotos zeigen Lorena mit ihren Pateneltern in Ettal, Linderhof und im Kreis der Patenfamilie.