Die Stiftung

Projekte

Bildergalerien


Bericht über die Patenelternreise 2011

Nach einer Pause von fast 2 Jahren machte sich am 20. August wieder eine Gruppe von Paten (17 Personen, darunter 3 Schüler) auf den Weg nach Ecuador, um Land und Leute und vor allem ihre Patenkinder kennen zu lernen. Es war – vorab gesagt – eine sehr schöne, sehr interessante und aufregende Reise, mit fast täglich neuen Höhepunkten; sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen desvorliegenden Berichtes sprengen.

 
Wegen der zum gleichen Zeitpunkte in Madrid stattfindenden Weltjugendwoche der kath. Kirche wurde diesmal der etwas längere Weg über Amsterdam gewählt. Nach der morgendlichen Ankunft in Quito und einer kleinen Verschnaufpause wurde gleich der Besuch eines Museums und anschließend des berühmten Äquatordenkmals in Angriff genommen. Am nächsten Tag stand der Besuch der Altstadt von Quito mit ihren z.T. weltbekannten Kirchen wie z.B. San Francisco, La Merced, La  Com-pania de Jesus und der Kathedrale von Quito auf dem Programm. Auf dem ebenfalls sehr bekannten Plaza de la Independencia wurde die Gruppe unerwartet Zeuge einer grandiosen Wachablösung vor dem Regierungspalast, mit Kavallerie und Musikkapellen sowie einer großen Zuschauerzahl.

 
Leider konnte der ursprünglich vorgesehene Empfang der Gruppe durch den Kardinal von Ecuador  wegen der noch andauernden Ferien nicht stattfinden; Fam. Fleißner überbrachte nach einem Blitz-besuch bei dem ebenfalls  in Urlaub befindlichen Kardinal dessen persönliche Grüße an die Paten.

 
In Anlehnung an frühere Reisen begab sich die Gruppe anschließend auf dem Weg nach Norden, nach Otavallo, Ibarra, Chor Lavi und Cotachachi, so wie hinauf auf die bekannte Kraterlagune Cuicocha auf rd. 3.100 m . In Chor Lavi konnte Raimund Gofferje  sein Patenkind, das „Rosen-Resli“ in die Arme schließen (die übrigen Reiseteilnehmer hatten kein Patenkind aus dieser Gegend).

 
Zurück auf dem Weg nach Süden, an Quito vorbei, konnten wir alle die überraschend  gut ausgebaute Pan Americana bewundern, bevor in der berühmten Hosteria Cienega eine Indiokapelle Andenmusik der besten Art speziell für die Paten darbot. Der Besuch einer Blumenfarm ganz in der Nähe – mit über 15.000 Stck. Rosenschnitten pro Tag – gab einen hochinteressanten Einblick in diesen in Europa sehr umstrittenen Produktionszweig.

 
Ein Höhepunkt in mehrfacher Weise war die Auffahrt zur Lagune Limpio-pungo (ca. 3.900 m) am Cotopaxi, ein Picknick auf rd. 4.000 m Höhe und die anschließende Fahrt zu den Papallacta-Thermen (rd. 3.300 m hoch gelegen),  in denen sich die Paten in den heißen Thermalbädern von der bisherigen Reise erholen konnte. Von hier aus ging es weiter hinab in das Tiefland des Amazonasbeckens, zu einer Fahrt mit dem Langboot auf dem Rio Napo sowie einem 2-tägigen Aufenthalt im tropischen Regenwald, mit Besuch einer Indiosiedlung und einer Tierauffangstation für  ausgesetzte Wildtiere.

 
Ein Erlebnis ganz besonderer Art war die Auffahrt mit Pater Tamayo 3 Tage später über Banos, Ambato und Quisapincha  hinauf zu einem Indiodorf  auf rd. 3.600 m, wo wir von zahlreichen, in bunten Gewändern gekleideten  Indios außerordentlich freundlich begrüßt wurden, umgeben von  
                                                       

Schafen, die im Rahmen eines von Fam. Fleißner mit Pater Tamayo entwickelten Hilfsprogramms mit gelegentlichen Sonderspenden  finanziert wurden. Warme Kartoffeln und heiße Bohnen gaben Zeugnis  einer besonderen Gastfreundschaft. Die Idee, jeder Familie ein Schaf zu schenken und so die Lebensbedingungen in den rauhen Anden zu verbessern,  wurde so begeistert aufgenommen, dass sich mehrere Paten spontan zu einer Spende für  je 1 Schaf  entschlossen.

 
Riobamba war u.a. dem Treffen mit Frau Emmanuelle Bernt vorbehalten, die hier über 100 bedürftige Indiokinder mit Becas aus München zu einer besseren Ausbildung verhilft. Hier konnte Frau Ingrid Volkhardt endlich  „ihr“ Patenkind  begrüßen, einen jungen, aufgeweckten Indiobuben im Alter von 15 Jahren,  namens „Inti“, den sie u.a. mit jahrelangen Sonderspenden von einer schweren  Krankheit heilen konnte. Von hier aus ging es hinauf auf rd. 4.8oo m Höhe zu einer Schutzhütte am Chim-borazo. Ein Teil der Gruppe wagte dann noch den  Anstieg zu Fuß zur Whymper-Hütte auf  5.000 m Höhe, bevor noch am selben Tage Ingapirca  besucht wurde, leider bei leicht regnerischem Wetter.

 
Weitere Stationen der Reise waren Azogues, wo die Gruppe von der Leiterin der Patenschaften,    Sor. Rosario Zapato, einigen Mitschwestern  sowie mehreren Patenkindern mit Angehörigen freund-lich  begrüßt und mit Tee und Gebäck bewirtet wurden, und Cuenca, einer im altspanischen Kolonial-stil erbauten Stadt, in der die Teilnehmer sich etwas von den Strapazen der Reise erholen  konnten.

 
Über die Cajas, einer auf rd. 4.000 m hoch gelegenen Seenplatte ging es dann hinab in das westliche Tiefland, vorbei an Bananen- und Kakaoplantagen hinein nach Guayaquil, dem lang ersehnten Höhe-punkt der Reise. Im Collegio Bernardino Echeverria  wurden die Reiseteilnehmer tags darauf von mehr als  300 Patenkindern, ergänzt um Angehörige, begeistert empfangen. Ansprachen, Musik und zahlreiche Tanzeinlagen, dargeboten von Schülern, gaben der Veranstaltung ein festliches Gepräge. Ein weiterer Höhepunkt dieser Veranstaltung war sodann die feierliche Übergabe eines Porträts des Gründers der Stiftung, Ministerpräsident Dr. h.c. Alfons Goppel, durch Frau Fleißner an den Leiter der Promoción Humana, Herrn Alberto Solórzano. Jetzt  konnten dann alle Paten endlich ihre Patenkinder in die Arme schließen.

 
In der anschließend besuchten Educativa Santa Maria Eufrasia bereiteten dann mehr als 200 Kinder, die allesamt täglich ein sog. desayuno escolar erhalten, der Gruppe mit Musik und Tanz ebenfalls einen begeisterten Empfang. Die Schulleitung dankte für den Besuch und die großherzige Finanzierung des Schulfrühstücks und bat weiterhin um Unterstützung.  

 
Auf  einer Bus-Fahrt  mit fast allen Patenkindern der anwesenden Paten nach Playas am Pazifik und einem darauf folgenden freien Tag hatten die Paten noch einmal Gelegenheit zu ausgiebigen Gesprächen mit ihren Patenkindern. Dann hieß es Abschied nehmen. Vollgepackt mit Geschenken und unvergesslichen  Erlebnissen traten die Paten den Rückflug nach München an; sie  werden diese Reise sicher noch lange in guter Erinnerung behalten.

Ingrid und Karl Fleißner